Dopamin spielt eine wesentliche Rolle in unserem Körper, beeinflusst Gedächtnis- und Lernprozess und wirkt maßgeblich auf unsere Motivation, indem es im Belohnungssystem eine Schlüsselrolle einnimmt und gleichzeitig unser Wohlbefinden fördert (Güntürkün, 2018).

Dieser blog-Artikel beschäftigt sich speziell mit dem Zusammenhang von Burnout und den Wirkmechanismen von Dopamin und zeigt Ansätze auf, Burnout vorzubeugen und das Wohlbefinden langfristig zu steigern.

  • Die Motivation von Menschen wird durch die Art und Weise beeinflusst, wie ihr Gehirn auf Sinneseindrücke und Belohnungen reagiert, insbesondere durch die Freisetzung von Dopamin (Wäschle, 2014).
  • Die Menge an Dopamin, welche durch ein Verhalten oder eine Droge in den neuronalen Schaltkreis ausgeschüttet wird, bestimmt die Wahrscheinlichkeit, davon abhängig zu werden bzw. die Motivation zu haben, die Aktivität erneut auszuführen (Zakiniaeiz, 2019).
  • Dopamin wird bei befriedigenden, reizüberflutenden Ereignissen ausgeschüttet, es existiert aber auch stets eine gewisse Grundmenge in unserem Körper, auch als Baseline bekannt. Die Höhe dieser Grundlinie bestimmt unseren allgemeinen Gefühlszustand. (Huberman, 2021).
  • Ein entscheidender Aspekt für das Verständnis des folgenden Textes ist der Rückgang der Grundlinie, also der Grundmenge an Dopamin nach einem sehr anregenden, begehrenswerten Ereignis (Huberman, 2021).

Zur Veranschaulichung wird die Metapher eines Wellenbads verwendet: In einem Wellenbad gibt es Wellen mit verschiedenen Höhen, von kleinen Wellen bis zu großen Wellen. Wenn die großen Wellen sehr hoch und häufig sind, können sie dazu führen, dass Wasser aus dem Becken spritzt, was einen Rückgang des Wasserniveaus (Grundmenge) verursacht. Die Grundmenge bleibt jedoch konstant, wenn die Wellen klein sind. Diese Analogie dient dazu, zu erklären, dass die Häufigkeit und Intensität von Dopaminschüben die Stabilität des “Dopamin-Beckens” beeinflussen können. Wenn diese Schübe klein sind, bleibt die Grundlinie stabil, was als Modell für die Funktionsweise von Dopamin im Gehirn betrachtet wird.

Der Teufelskreis der Social Media Sucht zeigt wie der Dopamin-Level durch z.B. Aufrufen einer facebook-Seite steigt, Glücksgefühle auslöst, danach wieder sinkt und dazu führt, dass die Person wieder zum smartphone greift.
Tabelle zeigt Werte von Dopamin bei akutem und chronischem Stress im Vergleich zu Burnout und dem Optimalwert.


Um einen ausgewogenen Dopaminspiegel zu fördern, ist es wichtig, zu viel Extreme im Alltag zu vermeiden, sei es bei der Auswahl von Speisen (Zucker, Kakao etc.), Unterhaltung, Rauschmitteln oder andere Aktivitäten. Integrieren Sie bewusst auch Aktivitäten, die weniger Dopamin ausschütten, um Ihre Grundmenge nicht übermäßig zu verringern und ein allgemeines Wohlbefinden zu fördern.
Solche Aktivitäten können routinemäßige Aufgaben, wenig herausfordernde, ruhige oder wenig kognitiv anstrengende Tätigkeiten sein. Spazieren gehen, Gartenarbeit, ruhige Gespräche mit Freunden, einfache Bücher lesen sowie Kochen ohne Zeitdruck und ohne Rezept fördern einen solchen ausgeglichenen Dopamin-Haushalt.

Literatur:

Cools, R., Froböse, M., Aarts, E., & Hofmans, L. (2019). Dopamine and the motivation of cognitive control. Handbook of clinical neurology, 163, 123–143. doi: 10.1016/B978-0-12-804281-6.00007-0

Prof. Dr. Güntürkün, O. (2018). Biologische Psychologie. 2 Auflage. Bochum.

Huberman, A. (2021, 27. September). Controlling Your Dopamine For Motivation, Focus & Satisfaction [Audio-Podcast]. Huberman Lab Podcast. https://www.youtube.com/watch?v=QmOF0crdyRU

Wäschle, K. et al. (2014). Procrastination and self-efficacy: Tracing vicious and virtuous circles in self-regulated learning. Learning and Instruction, 29, 103-114.

Zakiniaeiz, Y. et al. (2019).  Sex differences in amphetamine-induced dopamine release in the dorsolateral prefrontal cortex of tobacco smokers. Neuropsychopharmacology, 44(13), 2205-2211.